Erste Tage mit Baby

Bindung aufbauen

Durch das Stillen habe ich eine andere Bindung zu meinem Jungen bekommen. Auch sehr viele Kuscheleinheiten haben dazu beigetragen, dass ich Muttergefühle entwickelt habe. Das ging quasi von ganz alleine, denn mein Baby wollte sehr oft auf den Arm und konnte nachts auch nur dort wieder einschlafen.

Die Sache mit dem Bonding

Tatsächlich habe ich mir bereits während der Schwangerschaft Sorgen gemacht, dass ich keine Gefühle entwickle. Und ehrlich gesagt war mein Baby beim ersten Anblick auch nur ein Baby. Je mehr Zeit ich aber mit ihm verbrachte, umso intensiver wurde meine Beziehung zu ihm. Nun würde ich ihn für nichts in der Welt wieder hergeben.

Mama braucht mal Zeit für sich

Dennoch würde ich mich nicht als klassische (Über-)Mutter bezeichnen. Denn ich bin auch mal froh, Zeit für mich zu haben. Ich drehe nicht gleich durch, wenn mein Kind ne Stunde lang von mir getrennt ist. Und ich reagiere ab und an etwas genervt, z.B. wenn er nach ner halben Stunde schon wieder an die Brust will.

Schamgefühl – was ist das?

Doch heutzutage muss man sich fast schon schämen, so etwas laut auszusprechen. Womit wir bei der nächsten Sache wären: dem Schamgefühl. Es passiert bereits während des Geburtsvorgangs, wenn völlig Fremde dir im Intimbereich rumfuchteln – das Schamgefühl verschwindet.

Plötzlich ist es egal, ob dich jemand nackt sieht, du geduscht oder geschminkt bist. Andere Dinge sind nun wichtiger. Dennoch bin ich froh, dass es nach den ersten Wochen so langsam zurückkehrt.

Der erste Spaziergang

Schließlich muss man ja draußen etwas Kleidung tragen und kann nicht auf ewig oberkörperfrei herumlaufen. Wirklich zurecht gemacht hab ich mich bei unserem ersten Familienspaziergang aber nicht. Es war noch im Krankenhaus, Tag 2 nach seiner Geburt, da kann man auch noch etwas gammelig das Zimmer verlassen und vor die Tür treten.

Hallo Welt, hier bin ich wieder

Weil ich noch ziemlich fertig war, war es nur ein kurzer Gang zum Auto und zurück. Ein Weg der fünf Minuten dauert, aber fünfzehn Minuten dauerte. Das lag vor allem daran, dass ich nicht richtig laufen konnte, aufgrund der „Situation“ untenrum. Später wurde der Gang sogar noch schlimmer und buckeliger, weil mich das Gewicht der Milchbrüste magisch nach unten zog. Erst um Tag 8 rum wurde es so langsam wieder normal. An Tag 10 machten wir sogar einen großen Spaziergang eine volle Stunde lang. Das war der Moment, da wusste ich: Jetzt geht’s bergauf!

Warum schreist du bloß so?

Zumindest körperlich. Denn zu dem Zeitpunkt kam das seelische Elend zurück. Immer dann, wenn ich mit dem Kleinen alleine war und ihn wickeln musste. Weil mein Mann einen Monat Elternzeit hatte, teilten wir uns die Aufgaben. Ich war für die Nacht und das Stillen zuständig, er übernahm das Wickeln. Und das hatte es in sich.

Warum weint mein Baby beim Wickeln?

Der Kleine schrie jedes Mal wie am Spieß, als würde er die größten Schmerzen seines Lebens durchleiden (vielleicht fühlte es sich für ihn tatsächlich so an – wer weiß das schon so genau). Direkt dabei zu sein, wenn er so kläglich schrie, war für mich nur schwer zu ertragen. Es zerriss mir das Herz, ich musste mitweinen! Vor allem, weil wir nichts tun konnten. Das ist nun mal so bei Neugeborenen, sagte unsere Hebamme. Die Kleinen müssen das erst noch lernen…

Was möchtest du mir sagen?

Genauso, wie wir Eltern lernen müssen, was das Baby uns mitteilen möchte. Denn es ist ein Irrglaube, dass man als Mutter (oder Vater) immer genau weiß, was das Kind möchte, so ganz instinktiv. Wenn dem tatsächlich so ist, dann haben unsere Instinkte kläglich versagt! Es brauchte einige Tage, bis wir wussten, was der kleine Junge uns sagen wollte. Hunger, volle Windel, Bedürfnis nach Nähe – solche Dinge lassen sich am Anfang nur schwer unterscheiden.

Daran erkenne ich, was meinem Baby fehlt

Wir haben es dann irgendwann nach Ausschlusskriterium gemacht: Zuerst anlegen und gucken, ob er trinken möchte. Dann in die Windel schauen und schließlich im Arm halten und trösten. So entwickelte sich nach und nach ein Gespür für seine Bedürfnisse und wir lernten, seine Signale auch ganz ohne schreien zu deuten.

Zurück zur Normalität

Nach den ersten vierzehn Tagen kehrte etwas Ruhe ein (zumindest sowas, das man als Eltern wie Ruhe empfinden kann). Der Kleine entwickelte sich deutlich, fing an zu quaken und zu schauen, nahm kräftig an Gewicht zu und bekam leichte Pausbäckchen.

Das Ende des Wochenbetts

Auch mir ging es körperlich immer besser. Die Schmerzen haben nachgelassen, die Brustwarzen sind so gut wie verheilt und der Wochenfluss ist wie ein stärkerer Ausfluss kaum noch wahrnehmbar. Mein Mann und ich sind fast wieder in der Normalität angekommen: Er kann auch mal ein paar Stunden rausgehen und ich kümmere mich wieder stärker um den Haushalt. Natürlich wird unser Leben nie wieder komplett wie vorher sein, aber das muss es auch nicht.

Lest in Alltag mit Baby, wie wir die Tage gemeinsam schaffen.

Mein neues Leben als Neu-Mama

Mit Baby ist es zwar enorm anstrengend und zwar heftiger, als ich erwartet hatte. Aber tatsächlich gibt es diese kleinen Momente, die all das wieder ausgleichen. Wenn du dein Kind ansiehst und das größte Glück empfindest, dass du je gespürt hast. So viel auch zum Thema Mutterglück – wenn es da ist, ist es berauschend!


Habt Ihr ähnliche Erfahrungen im Wochenbett gemacht? Wie sieht Eure Vorbereitung aufs Wochenbett aus? Ich freu mich auf Eure Kommentare!

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3 Kommentare

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